Römische Bettler waren nicht nur einzelne Bittsteller! Im kaiserlichen Rom existierten ganze „Wettbewerbsgruppen“ von Bettlern, die erbittert um die besten Plätze wetteiferten. Dies war ein undurchsichtiges System des „Schutzes“ rund...
Römische Bettler waren nicht nur einzelne Bittsteller! Im kaiserlichen Rom existierten ganze „Wettbewerbsgruppen“ von Bettlern, die erbittert um die besten Plätze wetteiferten. Dies war ein undurchsichtiges System des „Schutzes“ rund um das Forum Romanum und die Villen der Reichen.
Kriminelle Banden oder einflussreiche *Lenones* teilten die Stadt unter sich auf. Sie kontrollierten Gebiete, beispielsweise rund um den Tempel des Jupiter Optimus Maximus oder an der Via Appia, und vertrieben Fremde. Zum „Schutz“ mussten Bettler einen Teil ihrer täglichen Steuer entrichten.
Versuchte ein neuer Vagabund aus Gallien, sich einen Platz in der Nähe des Kolosseums oder auf der überfüllten Via Sacra zu sichern, wurde er schnell zum Weitergehen „überredet“. Der Kampf um den Zugang zu den großzügigen Patriziern eskalierte oft bis hin zur körperlichen Einschüchterung, nur um einen guten Aussichtspunkt zu ergattern.
Dies entsprach nicht dem Bild der römischen *Patronage*. Hier war „Schutz“ Erpressung, nicht Wohltätigkeit. Um an wichtigen Kreuzungen wie Suburra betteln zu dürfen, entrichteten Bettler regelmäßig Tribut an ihre „Patrone“, die ihnen ein Monopol garantierten.
Diese bemerkenswerte Organisation enthüllte die Schattenseiten des römischen Stadtlebens, wo selbst das Betteln zum Geschäft wurde. Einige „Bettlerkönige“, die ihre Gebiete beherrschten, konnten bis zu einem Denar am Tag verdienen – eine beträchtliche Summe zu jener Zeit.
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