Haben Sie sich jemals gefragt, wie eine einzige Fingerbewegung das Schicksal einer ganzen Figur verändern kann? In der Welt des interaktiven Storytellings ist das keine bloße Fantasie, sondern ein zentrales Element. Ein Beispiel dafür ist die VR-Quest „A Fisherman's Tale“, in der Handgesten auf PlayStation VR parallele Realitäten erzeugen und so die Geschichte von Kapitän Peter verändern. Nehmen wir zum Beispiel Jason Roberts' 2018 mit dem BAFTA-Preis ausgezeichnetes Spiel „Gorogoa“. Schon das Bewegen eines einzigen Elements auf dem Bildschirm, wie etwa das „Anheben des Fingers“ von einem Puzzleteil, verändert augenblicklich die Handlung und die Umgebung des Protagonisten und eröffnet so neue Dimensionen der Welt. Oder im interaktiven Film „Bandersnatch“ von Netflix, wo eine Fingerberührung die Figur Stefan Butler zu einem von fünf möglichen Enden führt. Nimmt man den Finger von der Berührungsfläche, endet die Geschichte nicht oder nimmt einen anderen Verlauf. Selbst in der digitalen Kunst, wie etwa in Chris Milkhs Installation „The Treachery of Sanctuary“, verändert die Bewegung der Hand vor dem Bildschirm den Zustand der Avatare. Nimmt man den Finger weg, könnte der Vogel anhalten und seinen Flug über London ändern. Dieses Konzept geht weit über Spiele hinaus. In Projekten wie „NeuroSpeculative AfroFeminism“ von Hyphen-Labs beeinflussen sogar biometrische Merkmale der Hände, wie beispielsweise Fingerabdruckscans, das virtuelle Selbst des Nutzers. Probieren Sie es selbst aus und sehen Sie, welche Veränderungen eine einzige Geste bewirken kann!